Leben mit Rheuma Über mich

Hi, ich bin Tanja und ich lebe mit Rheuma.

Ich bin 39 Jahre alt, zweifache Mama und arbeite seit 2022 als Tagesmutter. Kinder, Familie und das Gefühl, gebraucht zu werden, geben meinem Leben auch an schweren Tagen Halt und Sinn.

Wenn man mich beschreiben müsste, würde man wahrscheinlich sagen: positiv, loyal, durchdacht und eine Mischung aus Herz- und Kopfmensch. Ich habe immer ein offenes Ohr für andere und versuche, selbst in schwierigen Zeiten den Blick nach vorne nicht zu verlieren.

Mein Leben hatte ich mir ursprünglich anders vorgestellt — bevor Rheuma ein Teil davon wurde.
Meine Geschichte mit Rheuma begann 2014 nach der Geburt meines Sohnes, im Alter von 27 Jahren.

Plötzlich.
Ohne Vorwarnung.


Versteifungen in den Beinen, Schmerzen, Erschöpfung. Dinge, die vorher selbstverständlich waren, wurden auf einmal zur Herausforderung. Treppensteigen. Rennen. Hinknien. Lange stehen. Selbst Schlaf wurde irgendwann zur Qual.
Und trotzdem hatte ich oft das Gefühl, dass niemand wirklich verstand, wie schlecht es mir ging.

Mama eines sechs Monate alten Babys und gleichzeitig in einem Körper gefangen, der gegen sich selbst kämpfte. Die Wartezeit auf den Rheumatologen? – Über ein halbes Jahr. Bis heute frage ich mich manchmal, was gewesen wäre, wenn ich früher Hilfe bekommen hätte.
Aber auf viele Fragen findet man keine Antworten.

Was mich damals am meisten belastet hat, war nicht nur der Schmerz.
Es war diese unglaubliche Müdigkeit.
Diese dauerhafte Erschöpfung durch die Entzündungen im eigenen Körper.

Wenn du meine Vollständige Geschichte lesen möchtest schau gerne hier vorbei: Rheuma mit 27 Jahren – und plötzlich geht nichts mehr

Die Angst und Verzweiflung war groß. Ich war wütend und musste lernen, mit Dingen umzugehen, die andere oft nicht sehen konnten.
Denn man sieht nicht jeden Schmerz.

Um Hilfe bitten? Das fiel mir schon seit der Kindheit schwer… Deshalb haben viele mein wirkliches Leiden wahrscheinlich nie erkannt. Nach außen funktioniert man irgendwie weiter — während innen längst ein Kampf stattfindet.

Dazu kam das Gefühl, alleine zu sein. Ich war die Erste in meiner Familie mit dieser Diagnose. Niemand konnte wirklich nachvollziehen, wie sich all das anfühlt. Und genau das hätte ich damals gebraucht: jemanden, der mir zeigt, wie das Leben trotz Rheuma leichter weitergehen kann.

Jemanden, der ehrlich ist.
Der versteht.
Der Hoffnung macht.


Und genau deshalb gibt es diese Seite.


„Leben mit Rheuma“ ist für mich nicht einfach nur eine Webseite. Es ist ein Schritt, den ich lange gehen wollte, mich aber nie wirklich getraut habe.
Sichtbar zu werden, ehrlich zu sprechen und meine Erfahrungen zu teilen, war für mich eine große Überwindung.

Aber ich möchte etwas bewirken.

Ich möchte Menschen zeigen, dass sie nicht alleine sind.
Dass chronisch krank nicht schwach bedeutet.
Und dass es Wege gibt, mit dieser Krankheit zu leben — auch wenn man sein Leben irgendwann neu gestalten muss.

Mit der Zeit begann ich zu verstehen, dass Rheuma nicht nur die Gelenke betrifft, sondern das ganze Leben verändert. Deshalb habe ich mich intensiv mit meinem Körper, meiner mentalen Gesundheit und dem Leben mit chronischen Erkrankungen beschäftigt — immer auf der Suche nach Wegen, die mir wirklich helfen.

Auf dieser Seite möchte ich offen über meinen Weg sprechen, Erfahrungen teilen und vielleicht genau der Mensch sein, den ich damals selbst gebraucht hätte.
Denn manchmal hilft schon das Gefühl, endlich verstanden zu werden.

Wenn du dich in meinen Worten wiederfindest, dann möchte ich, dass du eines weißt: Du bist nicht alleine!

Liebe Grüße